Kardiologische und angiologische Abklärung
Untersuchung und Behandlung von Herz- und Gefäßerkrankungen. Welche Diagnostik sinnvoll ist, richtet sich nach den Beschwerden, den Vorbefunden und dem individuellen Risiko.
Beschwerden und Befunde einordnen
Vorbefunde, Beschwerden und aktuelle Behandlung gemeinsam betrachten
Beschwerden und Befunde zusammen beurteilen
Bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen reicht ein einzelner Befund nicht aus. Wichtig ist der Zusammenhang zwischen Beschwerden, Verlauf, Voruntersuchungen, Belastbarkeit, Medikamenten und Begleiterkrankungen.
Vorhandene Befunde werden berücksichtigt und die aktuelle Behandlung wird überprüft. Danach wird festgelegt, was ambulant weitergeführt werden kann und ob zusätzliche Untersuchungen oder eine Vorstellung in einer Klinik notwendig sind.
Herzinsuffizienz und Klappenerkrankungen
Therapie- und Verlaufseinordnung bei reduzierter oder erhaltener Pumpfunktion, Klappenerkrankungen, Ödemen, Dekompensationen oder zunehmender Belastungsdyspnoe.
Koronare Herzerkrankung
Betreuung bei bekannter KHK, nach Herzinfarkt, Stentimplantation oder Bypassoperation sowie bei erneut auftretenden Beschwerden oder unklarer Leistungsminderung.
Kardiomyopathien
Abklärung und Verlaufskontrolle bei vermuteter oder bekannter Kardiomyopathie, auffälliger Herzwanddicke, eingeschränkter Pumpfunktion, Rhythmusstörungen oder familiärer Belastung.
Herz und Gefäße gemeinsam betrachten
Herzerkrankungen, Gefäßveränderungen und das kardiovaskuläre Risiko können bei Bedarf gemeinsam beurteilt werden.
Belastungsdyspnoe und Leistungsminderung
Wenn Untersuchungen in Ruhe die Beschwerden nicht ausreichend erklären
Untersuchung unter Belastung
Luftnot und ein Leistungsknick können kardiale, pulmonale, vaskuläre oder allgemeine Ursachen haben. Ruheuntersuchungen allein bilden die Einschränkung daher nicht immer vollständig ab.
Je nach Beschwerden können Echokardiographie, Belastungs-EKG, Lungenfunktion, Langzeitmessungen und Spiroergometrie (CPET) eingesetzt werden. Damit lässt sich häufig besser beurteilen, warum die Belastbarkeit eingeschränkt ist und welche weitere Behandlung sinnvoll ist.
Weitere Schwerpunkte
Abklärung und Verlaufskontrolle häufiger kardiologischer und angiologischer Erkrankungen
Rhythmusstörungen, Synkope und Devices
Einordnung von Herzstolpern, Tachykardien, Bradykardien, Vorhofflimmern und Synkopen. Bei Herzschrittmacher-, ICD- oder CRT-Systemen kann die Kontrolle in die klinische Gesamtbeurteilung einbezogen werden.
Pulmonale Hypertonie
Ersteinschätzung und Verlaufskontrolle bei klinischem Verdacht oder echokardiographischen Hinweisen. Wenn erforderlich, wird die weitere Abklärung in einem spezialisierten Zentrum empfohlen.
Brustbeschwerden
Beurteilung von Brustdruck oder thorakalen Beschwerden anhand von Symptomatik, Belastungsbezug, EKG, Vorbefunden und individuellem Risikoprofil.
Bluthochdruck
Therapieeinordnung bei arterieller Hypertonie, schwankenden Werten, Belastungshypertonie oder Verdacht auf hypertensive Organschäden.
Gefäßerkrankungen
Untersuchung bei arteriellen oder venösen Beschwerden, Carotisplaques, Verdacht auf pAVK und gleichzeitig bestehenden Herz- und Gefäßerkrankungen.
Lipidstoffwechsel und Gefäßrisiko
Risikobeurteilung bei erhöhtem LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a), familiärer Hypercholesterinämie oder bereits nachgewiesener Gefäßerkrankung.
Diagnostische Möglichkeiten
Welche Untersuchungen erforderlich sind, hängt von Beschwerden und Vorbefunden ab
Kardiologische Diagnostik
- Ruhe-EKG und transthorakale Echokardiographie
- Belastungs-EKG
- Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmessung
- Kontrollen von Herzschrittmachern, ICD- und CRT-Systemen
Funktionsdiagnostik
- Spiroergometrie / CPET
- Lungenfunktionsprüfung
- Analyse von Puls, Blutdruck und Rhythmus unter Belastung
- Einordnung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit
Angiologische Diagnostik
- Duplexsonographie der Halsgefäße
- Arterielle und venöse Duplexdiagnostik
- ABI- und TBI-Messung
- Beurteilung des vaskulären Gesamtrisikos
Beurteilung und weiteres Vorgehen
- Abgleich mit Vorbefunden und Beschwerdeverlauf
- Überprüfung der aktuellen Therapie
- Empfehlungen zur weiteren ambulanten Behandlung
- Vorstellung in einem Zentrum, wenn erforderlich
Für Zuweiserinnen und Zuweiser
Hinweise für die Überweisung und die weitere Zusammenarbeit
Häufige Gründe für eine Vorstellung
- unklarer Belastungsdyspnoe oder deutlicher Leistungsminderung
- diskrepanten oder schwer einzuordnenden Vorbefunden
- Herzinsuffizienz oder relevanter Klappenerkrankung
- Verdacht auf pulmonale Hypertonie
- Synkope, Rhythmusstörung oder Device-Fragestellung
- bekannter KHK mit neuen oder unklaren Beschwerden
- kombinierter kardialer und vaskulärer Erkrankung
- der Frage: ambulante Weiterbehandlung oder spezialisiertes Zentrum?
Kardiovaskuläre Prävention
Risiken individuell beurteilen und gezielt behandeln
Prävention orientiert sich nicht an einem einzelnen Laborwert, sondern am kardiovaskulären Gesamtrisiko. Dazu gehören Familienanamnese, Blutdruck, Lipidprofil, Diabetes, Rauchen, Nierenfunktion und bereits nachgewiesene Herz- oder Gefäßerkrankungen.
Gesamtrisiko
Beurteilung der persönlichen Risikofaktoren und Festlegung sinnvoller Behandlungsziele.
Lipidmedizin
Beurteilung von LDL-Cholesterin, Lipoprotein(a), Apolipoprotein B und möglicher familiärer Hypercholesterinämie, wenn klinisch relevant.
Sekundärprävention
Konsequente Risikoreduktion bei bereits nachgewiesener koronarer, zerebrovaskulärer oder peripherer Gefäßerkrankung.
Lebensstil
Nichtrauchen, regelmäßige Bewegung, mediterran orientierte Ernährung und Gewichtskontrolle ergänzen die medikamentöse Behandlung.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
← Zurück